Vom Titelverteidiger ZSC bis zum Rückkehrer SCB
Die Champions Hockey League eröffnet am Donnerstag die Saison 2025/26. Mit dabei sind der Titelverteidiger ZSC Lions, Lausanne, Bern und Zug. Ein Überblick über die Ausgangslage der Schweizer Vertreter.
ZSC Lions
Lange taten sich die Schweizer Teams in der 2014 neu lancierten Champions Hockey League schwer. Erst in der vorletzten Saison durchbrach Genève-Servette mit dem Titelgewinn die nordische Dominanz, nachdem zuvor sechs schwedische und zwei finnische Teams triumphiert hatten. Vor gut sechs Monaten zogen die ZSC Lions nach.
Im Final vor eigenem Publikum bezwangen die Zürcher das schwedische Spitzenteam Färjestad 2:1 und sicherten sich damit zum zweiten Mal nach 2009 die Trophäe im bedeutendsten europäischen Klubwettbewerb. Der Triumph war hochverdient. Von 13 Spielen gewann der ZSC elf und verlor nur eines.
Die Mission Titelverteidigung startet der Schweizer Meister am Freitag mit einem Heimspiel gegen die Pinguins Bremerhaven von der deutschen Nordseeküste. Am Sonntag folgt ein weiteres Heimspiel gegen den polnischen Champion Tychy.
Lausanne HC
Der Lausanne HC beginnt seine Europacup-Reise mit zwei Auswärtsspielen im hohen Norden. Zum Auftakt treffen die Waadtländer am Freitag auf den finnischen Qualifikationssieger Lukko Rauma, zwei Tage später folgt das Duell mit Frölunda Göteborg, dem Rekordsieger der Champions Hockey League, der zwischen 2016 und 2020 vier Titel gewann.
Lausanne hat sich zum vierten Mal in diesem Jahrzehnt für den Europacup qualifiziert – diesmal als Qualifikationssieger. In der vergangenen Saison scheiterte das Team nach einer starken Vorrunde (vier Siege, zwei knappe Overtime-Niederlagen) in den Achtelfinals deutlich am Erzrivalen Genève-Servette (0:5, 4:7).
Auch das letzte Pflichtspiel der Vorsaison endete bitter. Im fünften Spiel des Playoff-Finals unterlag Lausanne den ZSC Lions zuhause mit 2:3 und musste die Titelträume erneut begraben.
SC Bern
Nach längerer Abwesenheit ist der SC Bern zurück im europäischen Geschäft. Vor der Corona-Pandemie war der Schweizer Publikumsmagnet Stammgast in der Champions Hockey League. Der nationale Leistungsabfall verhinderte zuletzt weitere Teilnahmen - die sechste und bislang letzte liegt bereits sechs Jahre zurück. Bei den letzten vier Auftritten erreichten die Berner stets die K.o.-Phase, schieden jedoch spätestens in den Viertelfinals aus.
Seit der Verpflichtung von Trainer Jussi Tapola zeigt der Trend wieder nach oben. Der Finne führte vor seinem Engagement in Bern Tappara Tampere 2023 zum Gewinn der Champions League. Nun wird er mit dem SCB wieder auf europäischer Bühne angreifen. Mit Platz 3 in der Qualifikation sicherte sich Bern das Ticket für den Europacup.
Zum Auftakt warten zwei Auswärtsspiele - am Donnerstag gegen Grenoble und am Samstag gegen den schwedischen Meister Lulea.
EV Zug
Ebenfalls gegen Grenoble und Lulea - allerdings in umgekehrter Reihenfolge - startet der EV Zug in die Kampagne. Die Zentralschweizer profitieren davon, dass die Schweiz dank dem Titelgewinn der ZSC Lions einen vierten Startplatz erhielt. Als Vierter der National-League-Qualifikation rückte Zug ins Tableau der besten 24 Teams Europas.
Zuletzt war der EVZ in der Saison 2022/23 europäisch vertreten. Damals gehörte Zug als Schweizer Meister zum engeren Favoritenkreis und scheiterte erst im Halbfinal am späteren Gewinner Tappara Tampere.
Zu jener Zeit stand noch Dan Tangnes als zweifacher Meistertrainer an der Bande. Auf die neue Saison übernahm beim EVZ sein ehemaliger Assistent Michael Liniger das Zepter - und darf sich gleich zu Beginn auf zwei interessante Härtetests freuen.