Justiz

Auch Berner Obergericht verurteilt Ex-Boxerin wegen Mordes

23. Februar 2024, 11:32 Uhr
Das bernische Obergericht hat am Freitag eine ehemalige Profiboxerin wegen Mordes verurteilt. (Symbolbild)
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Das bernische Obergericht hat am Freitag eine wegen Mordes angeklagte Ex-Boxerin zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilt. Damit hat die zweite Instanz das Strafmass noch verschärft.

Der gebürtigen Brasilianerin wird vorgeworfen, im Herbst 2020 in Interlaken ihren Gatten mit einem Baseballschläger umgebracht zu haben. Die Frau bestritt die Tat stets vehement.

Doch das Obergericht kam zum Schluss, die Indizien seien stichhaltig. Insgesamt ergebe sich ein sehr deutliches Bild.

Bei der Tat seien starke Emotionen im Spiel gewesen, so habe die Täterschaft etwa das Mobiltelefon des Opfers zerstört. Ausserdem hätten die Ermittler am Tatort den Ehering des Opfers in einer Blutlache gefunden. Dies alles deute auf ein Beziehungsdelikt hin.

Die Täterschaft habe einen Schlüssel zur Wohnung haben müssen. Hinweise, dass eine Dritttäterschaft auf den Balkon geklettert und durch die offene Türe eingedrungen sei, hielt die erste Obergerichts-Strafkammer für unglaubwürdig.

Die Polizei habe in alle Richtungen ermittelt und über 60 Befragungen durchgeführt. Es könne also keine Rede von schlecht geführten Ermittlungen sein.

Der Verteidiger hatte für die Angeklagte einen Freispruch gefordert, die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 18,5 Jahren sowie einen Landesverweis von 14 Jahren. Das Urteil kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Februar 2024 10:06
aktualisiert: 23. Februar 2024 11:32
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