Museum Burg in Zug: Die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg

2019 jährt sich das Ende des Kalten Krieges zum 30. Mal. Die neue Sonderausstellung im Museum Burg Zug beleuchtet die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg. Sie zeigt auch das daraus entstandene bipolare Weltbild auf und die wechselseitigen Feindbilder.

Museum Burg in Zug: Die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Museum Burg in Zug: Die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Im Vordergrund der Ausstellung mit dem Titel "Ernstfall! Die Schweiz im Kalten Krieg" stünden die während des Kalten Krieges vorherrschenden Stimmungslagen, die gesellschaftlichen Brüche sowie die neuen Netzwerke und deren Akteure, schreibt das Museum in einer Medienmitteilung vom Montag. Die Ausstellung öffnet am Mittwoch und dauert bis Ende Januar 2020.

Diese Entwicklung werde bewusst kontradiktorisch wiedergegeben, um damit eine Debatte rund um die Themen "Sicherheitspolitik", "Integration" und "Ausschluss politisch Andersdenkender" sowie die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg anzustossen.

Die Ausstellung ist eine Eigenproduktion des Museums Burg Zug. Finanziert wurde sie durch Gönnerbeiträge der öffentlichen Hand, von Stiftungen und Privaten sowie vom Museum selber. 80 Privatpersonen ermöglichten über ein Crowdfunding die Platzierung einer Bloodhound-Lenkwaffe im Burghof.

Die Ausstellung verfolgt - dem bipolaren Weltbild des Kalten Kriegs entsprechend - einen zugespitzten kontradiktorischen Ansatz und ist in zwei Ausstellungsblöcke geteilt.

Auf der einen Seite zeigt sie die Reaktion der Schweiz auf die Bedrohungen des Ost-West-Konflikts: Modernisierung der Armee und Bau von Zivilschutzunterkünften für die ganze Bevölkerung in der Annahme, dass ein Angriff auf die Schweiz mit zu hohen Kosten verbunden und daher nicht lohnend sei.

Auf der anderen Seite thematisiert die Ausstellung die neuen sozialen Bewegungen, die sich gegen starre gesellschaftliche Strukturen wehrten und politische Reformen forderten.

Dazwischen schieben sich die wechselseitigen Feindbilder, welche die Schweizer Gesellschaft quasi in zwei Lager spalteten.

Die Inszenierung einer strahlenverseuchten, zerstörten Welt thematisiert zudem die Angst vor den Folgen eines Atomkriegs. Eine Wolke aus über 400 Origami-Raketen steht für die über 11'000 Atomsprengköpfe, die in den 1980er-Jahren die Welt gleich mehrfach hätten zerstören können.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
17.06.19 17:51

Themen:

Regional

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