Maximal-Ausbeute! Max Verstappen schnappt Leclerc den Sieg weg

Max Verstappen feierte im Grand Prix von Österreich den sechsten GP-Sieg seiner Karriere. Der Niederländer wiederholte im Heimrennen von Red Bull seinen Vorjahressieg und beendete damit die Siegesserie von Mercedes. Der grosse Verlierer aber hiess Charles Leclerc.

Maximal-Ausbeute! Max Verstappen schnappt Leclerc den Sieg weg (Foto: KEYSTONE / EPA / CHRISTIAN BRUNA)
Maximal-Ausbeute! Max Verstappen schnappt Leclerc den Sieg weg (Foto: KEYSTONE / EPA / CHRISTIAN BRUNA)

Bis zur drittletzten der 71 Runden sah es in Spielberg danach aus, als könnte sich Ferrari erstmals seit dem letzten August in Spa-Francorchamps wieder einmal über einen Sieg freuen. Denn der aus der Pole-Position gestartete Leclerc hatte das Rennen bis dahin voll im Griff. Auch als Verstappen von hinten angebraust kam, wehrte der 21-jährige Monegasse die ersten Angriffe seines gleichaltrigen Kontrahenten gekonnt ab.

Doch der Niederländer liess nicht locker, zog in Runde 69 in einer Rechtskurve spektakulär an Leclerc vorbei und fuhr unter dem frenetischen Jubel seiner zu Tausenden aus der Heimat angereisten Fans zum Sieg. Dabei hatte das Rennen für Verstappen denkbar schlecht begonnen. Nach einem völlig verpatzten Start war er bis auf Position 7 durchgereicht worden.

Weil die Stewards wegen des entscheidenden Überholmanövers eine Untersuchung einleiteten, stand Verstappen erst rund drei Stunden nach Rennschluss offiziell als Sieger fest. Für Leclerc war schnell klar: "Das ist nicht, wie man überholt." Doch Verstappen winkte ab: "Das ist hartes Racing. Ansonsten müssten wir zu Hause bleiben". Diese Meinung teilten auch viele Experten.

Tatsächlich war es beim Überholen zu einer kleinen Berührung zwischen den beiden Fahrern gekommen, worauf Leclerc die Strecke kurzzeitig verlassen musste. Doch die Rennleitung konnte Verstappen nichts Verbotenes anlasten.

Für Leclerc war es besonders bitter. Wie schon vor drei Monaten im GP von Bahrain entglitt dem letztjährigen Fahrer von Alfa Romeo Sauber kurz vor Schluss sein erster GP-Sieg. War im März noch die Technik (Defekt am Antrieb) daran schuld, musste sich der Ferrari-Pilot diesmal in einem Duell Mann gegen Mann geschlagen geben.

Für Red Bull kam Verstappens Sieg in der Steiermark zum richtigen Zeitpunkt. Der Niederländer zeigte sich zuletzt beunruhigt, da er sein Ziel, einst Sebastian Vettel als jüngsten Weltmeister abzulösen, in Gefahr sah. Trotz dem Wechsel des Motorenpartners von Renault zu Honda (zuvor letzter Sieg 2006), resultierten für Verstappen in den ersten acht Rennen im Jahr 2019 nur zwei 3. Ränge. Definitiv zu wenig für die hohen Ansprüche des jüngsten GP-Siegers in der Geschichte der Formel 1.

Sein Management bestätigte am Wochenende, dass Verstappen in seinem noch bis Ende 2020 gültigen Vertrag eine Ausstiegsklausel besitze, die es ihm unter gewissen Umständen erlaube, das Team vorzeitig zu verlassen. Dabei soll es sich um eine leistungsbezogene Klausel handeln, mehr wollte sein Management nicht preisgeben. Man fühle sich zwar sehr wohl bei Red Bull, wolle aber um den Sieg mitfahren, hiess es.

Dies war zuletzt angesichts der Überlegenheit von Mercedes nicht möglich. Doch die Silberpfeile wurden in der Hitze von Spielberg von Kühlungsproblemen gestoppt. Mit einem saisonübergreifend elften Sieg in Folge hätte Mercedes den Rekord von McLaren (mit Ayrton Senna und Alain Prost) aus dem Jahr 1989 egalisieren können. Am Ende resultierten für Valtteri Bottas und Lewis Hamilton aber nur die Ränge 3 und 5. Der sechsfache Saisonsieger Hamilton, der wegen einer Behinderung von Kimi Räikkönen nach dem Qualifying von Startplatz 2 auf 4 zurückversetzt worden war, verpasste damit erstmals in diesem Jahr das Podest.

In der WM-Wertung liegt der fünffache Weltmeister aus England nach neun von 21 Rennen aber weiterhin komfortable 31 Punkte vor Bottas. Verstappen, der sich dank der schnellsten Rennrunde einen zusätzlichen WM-Punkt sicherte, weist als WM-Dritter schon 71 Punkte Rückstand auf Hamilton aus. Immerhin liegt Verstappen nun drei Punkte vor Vettel.

Der Wahl-Thurgauer schaut auf ein weiteres verpatztes Wochenende zurück. Nach einem Defekt im zweiten Teil des Qualifyings konnte der vierfache Champion nur von Startplatz 9 losfahren und wurde schliesslich zwischen den beiden Mercedes Vierter. Das Warten bei Ferrari auf den ersten Saisonsieg geht weiter.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
30.06.19 18:00

Themen:

Sport

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